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    <title>auge (Rubrik:Flutkatastrophe)</title>
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    <description>Jede braucht etwas zum Glück,Gleiche Rechte gehören auch dazu</description>
    <dc:publisher>auge</dc:publisher>
    <dc:creator>auge</dc:creator>
    <dc:date>2005-03-10T11:13:51Z</dc:date>
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    <title>auge</title>
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  <item rdf:about="http://augessonnenblume.twoday.net/stories/469534/">
    <title>Bericht aus Sri Lanka</title> 
    <link>http://augessonnenblume.twoday.net/stories/469534/</link>
    <description>Bericht von Helga Neumayer,MitarbeiterIn von  &lt;br /&gt;
WIDE( &lt;a href=&quot;http://www.oneworld.at/wide/&quot;&gt;http://www.oneworld.at/wide/&lt;/a&gt;) Sri Lanka,am 8.Januar,aus Tsunamisthan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 13 Tagen auf Sri Lanka moecht ich euch gerne wieder ein paar &lt;br /&gt;
Eindruecke uebermitteln von der derzeitigen Situation auf der Insel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze erste Woche ab dem 26. Dezember 2004 habe ich in Colombo &lt;br /&gt;
verbracht, wo ich ausfuehrlich englischsprachige Zeitungen studierte und &lt;br /&gt;
die Sehenswuerdigkeiten der Stadt - es sind auch wieder nicht so viele - &lt;br /&gt;
in Angriff nahm. Die Solidaritaet mit den betroffenen Gebieten und &lt;br /&gt;
Menschen ist hier ueberall spuerbar, Leute sammeln individuell fuer &lt;br /&gt;
Bekannte und kollektiv in Tempeln, Moscheen und Kirchen fuer die &lt;br /&gt;
Betroffenen. StudentInnen organisieren Benefizveranstaltungen, &lt;br /&gt;
Privatleute aktivieren ihre ausgewanderten Verwandten in den reichen &lt;br /&gt;
Laendern zu spenden oder medizinische und technische Einsaetze zu &lt;br /&gt;
machen. In den ersten Tagen waren alle unter Schock, nach ein paar Tagen &lt;br /&gt;
kamen dann Infos ueber Uebergriffe gegen Maedchen und Kinder und &lt;br /&gt;
Verzoegerungen von Hilfeinsaetzen dazu. Jetzt moechten natuerlich alle &lt;br /&gt;
genau wissen, wohin ihr Geld geht und spenden gezielt. Eine gewisse &lt;br /&gt;
pessimistische Skepsis hat sich unter die anfaengliche uneingeschraenkte &lt;br /&gt;
Solidaritaet gemischt: selbst in der aergsten Not halten gewisse Leute &lt;br /&gt;
nicht Abstand von mafioesen Praktiken und bereichern sich an der &lt;br /&gt;
Notsituation, das wurmt die Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich vermute, ihr habt die einzelnen Bilder und Vorkommnisse in CNN oder &lt;br /&gt;
BBC (oder ORF???) gesehen, und ich langweile euch nicht mit Einzelheiten &lt;br /&gt;
der Sensationsberichterstattung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Woche verspuerte ich heftigen Lagerkoller, ich war auch der &lt;br /&gt;
Mainstreammedien ueberdruessig. Ich begab mich mit einem Freund &lt;br /&gt;
landeinwaerts entlang der Westkueste, noerdlich von Colombo. Die Kueste &lt;br /&gt;
hier war zwar auch betroffen, hat aber nicht den Hauptteil der &lt;br /&gt;
Killerwellen abgekriegt. Hier war die Kuestenstrasse niemals gesperrt, &lt;br /&gt;
obwohl es auch hier an der Kueste einige Todesopfer gab. Fuer &lt;br /&gt;
diejenigen, die sich mit Textilindustrie und Free-Trade-Zones &lt;br /&gt;
beschaeftigen ist vielleicht interessant zu erfahren, dass sich hier die &lt;br /&gt;
groessten Textilproduktionszonen mit 60.000 ArbeiterInnen befinden. Dh. &lt;br /&gt;
dieser Industriezweig blieb zu einem Gutteil verschont. Das Problem der &lt;br /&gt;
Arbeiterinnen besteht im Moment darin, dass oft ihre &quot;lodging houses&quot;, &lt;br /&gt;
dort wo sie Kost und Quartier nehmen, weil sie aus dem Landesinneren &lt;br /&gt;
stammen, nicht intakt sind. Nach Auskunft der Garment-Union sind hier &lt;br /&gt;
&quot;nur&quot; zwei Arbeiterinnen umgekommen, eingie werden noch vermisst. Die &lt;br /&gt;
Gewerkschaft hat aber gleich mit einer Sammlung zugunsten von &lt;br /&gt;
betroffenen Gewerkschaftmitgliedern im Sueden und Osten begonnen unter &lt;br /&gt;
dem Motto &quot;giving hand to trades victims&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Landesinneren leben die Menschen wie immer, geruhsam, meist von der &lt;br /&gt;
ueppigen tropischen Landwirtschaft und Nebenerwerben, wie zB. eben dass &lt;br /&gt;
die Maedels in die Fabrik arbeiten gehen. Einen Fischverkaeufer hab ich &lt;br /&gt;
kennengelernt auf seiner Subsistenzfarm, der beschwerte sich, dass die &lt;br /&gt;
Menschen im Moment keinen Fisch essen moegen, weil diese sich von den &lt;br /&gt;
toten Koerpern im Meer ernaehrten und niemand will zum Menschenfresser &lt;br /&gt;
werden. Fuer die verbleibende Fischercommunity - es hat ja gerade viele &lt;br /&gt;
direkt am Strand situierte Fischergemeinden getroffen -ist das &lt;br /&gt;
natuerlich ein bloede Sache, die zum ganzen Desaster hinzukommt. &lt;br /&gt;
Ansonsten sind auch im Hinterland die Menschen in Trauer, ueberall &lt;br /&gt;
haengen weisse Fahnen als Zeichen des Mitgefuehls und der Solidaritaet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem Ausflug in den Nordosten machte ich mich am 4. Jaenner auf &lt;br /&gt;
in den betroffenen Sueden, zur Familie eines Freundes. Dieser &lt;br /&gt;
Kuestenstreifen war den Wellen etwas wehrloser ausgesetzt, obwohl immer &lt;br /&gt;
noch nicht auf der direkten Einfallsseite. Das &quot;Glueck&quot; dieser &lt;br /&gt;
betroffenen Orte ist ihre Naehe zur Hauptstadt, die Kuestenstrasse wurde &lt;br /&gt;
am zweiten Tag nach dem Desaster gereinigt und es gibt keine &lt;br /&gt;
Versorgungsengpaesse. Die Familie, die wir besuchten, lebt etwa 400 &lt;br /&gt;
Meter vom Meer entfernt in einer Mittelstandssiedlung, dort rauschte es &lt;br /&gt;
ihnen durch die Wohnzimmer. Zum Zeitpunkt meines Eintreffens hatten die &lt;br /&gt;
Leute aber schon ihre Haeuser halbwegs gereinigt und in den Vorgaerten &lt;br /&gt;
lagen die gesammelten Bibliotheken zum Trocknen in der Sonne. Der &lt;br /&gt;
Schuldirektor am Ende der Strasse hatte neben vielen Fach- &lt;br /&gt;
und Woerterbuchern auch eine Broschuere mit der Aufschrift &quot;Water Supply &lt;br /&gt;
Bills&quot; zum Trocknen aufgelegt ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brunnenwasser der Leute ist zwar noch brakig und nicht zum Kochen &lt;br /&gt;
geeignet, sie werden aber regelmaessig mit Trinkwasser versorgt. auch &lt;br /&gt;
die Bahnlinie funktioniert in diesem Kuestenabschnitt schon wieder &lt;br /&gt;
eingleisig, von den Fischerdoerfern direkt am Strand blieb allerdings &lt;br /&gt;
nichts uebrig ausser Schutt und den dazwischenliegenden Kokospalmen, die &lt;br /&gt;
in ihrer unglaublichen Flexibilitaet anscheinend alles aushalten. Die &lt;br /&gt;
Menschen sind in Lagern im Landesinneren untergebracht oder bei &lt;br /&gt;
Verwandten. Tagsueber zieht es sie aber an den Ort des Geschehens, &lt;br /&gt;
obwohl die Boote kaputt sind und fuer alltaegliche Aktivitaeten nichts &lt;br /&gt;
geblieben ist. Hie und da sieht man ein Feuer, wo Mist verbrannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich in der Zwischenzeit Kontakt geschlossen habe mit dem Centre for &lt;br /&gt;
Welfare of Garment-Workers, schloss ich mich ihnen fuer eine Tour &lt;br /&gt;
Richtung Batticaloa (Ostkueste) und Matara (Suedkueste) an. Beide &lt;br /&gt;
Gebiete sind die am schwersten betroffenen Katastrophengebiete mit &lt;br /&gt;
zehntausenden Opfern. Die Garments-Gewerkschaft unternimmt diese &lt;br /&gt;
Konvoy-Fahrt mit einem Van zum Personentransport und einem Laster mit &lt;br /&gt;
&quot;dry rations&quot; bestehend aus Reis, Linsen, Gewuerzen und Zucker, um die &lt;br /&gt;
Leute zu versorgen, ihnen ihre Solidaritaet zu zeigen und um sich zu &lt;br /&gt;
informieren, wie es um die Mitglieder und deren Familien und Gemeinden &lt;br /&gt;
steht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein die Fahrt ueber Land in die Region von Batticolao ist &lt;br /&gt;
deprimierend, denn die Gegend ist vollkommen demoralisiert vom &lt;br /&gt;
Buergerkrieg. Immer wieder kann man links und rechts der Strasse auf &lt;br /&gt;
Landminengefahr hin markiertes Gebiet sehen. Wir sind hier im &lt;br /&gt;
&quot;Tamilen&quot;-Gebiet, obwohl es auch viele Moslems gibt. Immer wieder &lt;br /&gt;
ausgeschossene und verlassene Haeuser, immer wieder Militaer-Checkpoints.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die National Paper Mill, eine bis jetzt noch staatliche Papierfabrik ist &lt;br /&gt;
mit ihren 430 Angestellten die groesste Arbeitgeberin in der Gegend. Sie &lt;br /&gt;
hat ihre Arbeit bereits wieder aufgenommen, aber 31 Leute sind noch &lt;br /&gt;
nicht zur Arbeit erschienen, von zwei weiss man, dass sie den Fluten &lt;br /&gt;
zum Opfer gefallen sind. Ausser 15 Frauen arbeiten hier nur &lt;br /&gt;
Maenner. Einige von ihnen erzaehlen tragische Geschichten, dass die &lt;br /&gt;
ganze Familie mit 20 Leuten weg ist, dass das Haus weg ist, dass nur die &lt;br /&gt;
Tochter ueberlebt hat, etc. Etliche stehen noch unter Schock. Die &lt;br /&gt;
Regierung - eigentlich ihr Arbeitgeber - hat jenen, die ein &lt;br /&gt;
Familienmitglied verloren haben, 2000 Rupien (etwa 15 Euro) Anleihe zur &lt;br /&gt;
Verfuegung gestellt, die aber zurueckgezahlt werden muessen ... Mein &lt;br /&gt;
Eindruck erhaertet sich, dass die Leute neben der Grundversorgung &lt;br /&gt;
dringendst seelischen Beistand braeuchten, um den Schock und die Trauer &lt;br /&gt;
zu ueberwinden und einen Neustart zu unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute nehmen ihre Dry-Rations entgegen und gehen wortlos heim, &lt;br /&gt;
waehrend wir in die naechste Fabrik weiterziehen, in die &lt;br /&gt;
private &quot;Bismil-Garment&quot;-Fabrik in Valaichchenai. Hier arbeiten &lt;br /&gt;
hauptsaechlich junge Frauen, auch ein paar Burschen. Anfangas entsteht &lt;br /&gt;
der Eindruck, als ob hier business as usual stattfaende. Aber dem ist &lt;br /&gt;
nicht so: Eine ganze Reihe von Naehmaschinen ist leer, das sind jene, &lt;br /&gt;
die noch nicht zur Arbeit kommen konnten oder den Fluten zum Opfer &lt;br /&gt;
gefallen sind. Viele der jungen FRauen kommen zwar zur Arbeit, sie &lt;br /&gt;
wohnen aber im Fluechtlingslager und haben alle und alles verloren. Die &lt;br /&gt;
Zeugnisse, die die Maedchen nach Arbeitsschluss abgeben, sind &lt;br /&gt;
unertraeglich. Sie stehen unter Schock und braeuchten seelischen &lt;br /&gt;
Beistand, keine Befragungen nach Erlebnissen und Zahl der toten &lt;br /&gt;
Familienmitglieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute nehmen ihre Dry-Rations entgegen, manche der Maedels sind ganz &lt;br /&gt;
gut aufgelegt und versuchen noch ihr weniges Englisch mit uns (es &lt;br /&gt;
ist neben mir noch eine Australierin mit im Konvoy).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Weg treffen wir eine Frau mit Kind, deren Mann - ein &lt;br /&gt;
Gewerkschaftsmitglied - bei der Flut umgekommen ist. Sie zeigt uns ihr &lt;br /&gt;
&quot;Haus&quot;, von dem nur mehr die Grundfeste zu sehen ist. Daneben ein &lt;br /&gt;
Fischernetz, verfangen im abrasierten Land. In diesem Fischerdorf - &lt;br /&gt;
Pascoda - gab es 350 Todesopfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser naechstes Ziel ist die Polizeistation von Kalkudah, an der Spitze &lt;br /&gt;
einer Landzunge mitten im Meer liegend, hier hat es nicht nur Haeuser &lt;br /&gt;
und Menschen gaenzlich niedergewalzt, sondern auch Landminen &lt;br /&gt;
verschwemmt. In der Luft liegt ein suesslich-fauliger Geruch: Wegen der &lt;br /&gt;
Explosionsgefahr konnte man die Kadaver auf der einen Seite der Strasse &lt;br /&gt;
noch nicht suchen und wegraeumen. Wir bewegen uns vorsichtig hinter den &lt;br /&gt;
Polizisten her und besichtigen das ehemalige Fischerdorf. Eine verletzte &lt;br /&gt;
Frau sitzt neben der Mauer Ihres Hauses, einfach so. Auf der anderen &lt;br /&gt;
Seite der Mauer steht ein kleines Bild von Ganesh, so, als ob das Bild &lt;br /&gt;
die goettliche Welt in die abrasierte Einoede zurueckbringen koennte. &lt;br /&gt;
Etwas entfernt eine Palme, auf der sich eine junge Frau mit ihrem Kind &lt;br /&gt;
und ihrer Schwester retten konnten, als sie die Welle in die Hoehe &lt;br /&gt;
spuelte. Unten kam ihnen dann ein Polizist zu Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei Schwestern sind Textilarbeiterinnen der Gewerkschaft und wir &lt;br /&gt;
besuchen sie im Dorf ihrer Eltern, wo sie jetzt wohnen. Die Frauen &lt;br /&gt;
erzaehlen ohne Zoegern von ihrem Erlebnis. In die Arbeit sind sie nicht &lt;br /&gt;
zurueckgekehrt, sie finden sich nicht in der Lage dazu. Nachts koennen &lt;br /&gt;
sie nicht schlafen. Ob sie wieder zur Arbeit  zurueckkehren werden, &lt;br /&gt;
koennen sie nicht sagen. Sie stehen unter Schock. Das Kind, ein kleines &lt;br /&gt;
Maedchen von vielleicht 8 Monaten, ist quicklebendig und gut &lt;br /&gt;
aufgelegt. Auch hier mein Eindruck: neben der Grundversorgung braeuchten &lt;br /&gt;
sie dringend seelischen Beistand, um wieder aktionstuechtig zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor wir diese Region verlassen, schauen wir uns noch in einem &lt;br /&gt;
Fluechtlingslager der &quot;Ceylon Pnetecoastal Church&quot; um. 1300 Menschen &lt;br /&gt;
draengen sich in der Zeremonienhalle der Kirche, vis a vis ein &lt;br /&gt;
Versorgungszelt des Roten Kreuzes. Vorher waren es 3500 Menschen, aber &lt;br /&gt;
sie wurden dann aufgeteilt. Vor der Eingangstuer werden Leute &lt;br /&gt;
ausbezahlt, die Familienmitglieder verloren haben, den Fond stellten &lt;br /&gt;
begueterte BuergerInnen. Ich haette hier gerne mehr gefragt ueber die &lt;br /&gt;
Situation der Frauen und Maedchen, aber die Leute sprechen nur Tamil, &lt;br /&gt;
kein Englisch. Und ich eben kein Tamil. Meine singhalesisch-sprechenden &lt;br /&gt;
BegleiterInnen brauchen selbst eine Uebersetzung aus dem Tamilischen. &lt;br /&gt;
Ich frage einen Organisator des Lagers, ob sich eine Frauengruppe &lt;br /&gt;
gebildet habe, aber er versteht mich kaum und sagt, es seien hier nur &lt;br /&gt;
Familien. So bleibt es nur bei dem visuellen Eindruck der Gedraengtheit &lt;br /&gt;
im Lager, wo es keine Privatheit gibt und eine Schlafmatte an die &lt;br /&gt;
naechste grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Daemmerung suchen die Burschen etwas Frischluft ausserhalb des &lt;br /&gt;
Lagers am Wegrand, neben den Feldern, die Maedchen gehen in Gruppen auf &lt;br /&gt;
dem Lagergelaende umher. Genau hier ist der Ort, der Zwischenraum, wo &lt;br /&gt;
die Frage beginnt: Wie verletzbar sind unbegleitete Jugendliche im &lt;br /&gt;
oeffentlichen Raum, wie verletzbar speziell Maedchen und Kinder, und &lt;br /&gt;
natuerlich die Frauen im Allgmeinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am naechsten Tag, nachdem wir fast zwei Drittel des ganzen Landes &lt;br /&gt;
durchquert haben, kommen wir an die Suedspitze der Insel, nach Matara, &lt;br /&gt;
dort, wohin europaeische FernouristInnen zu kommen pflegten. Ein &lt;br /&gt;
weiterer Kuestenstreifen, der abrasiert ist. Die &quot;Free-Trade-Zone&quot; von &lt;br /&gt;
Koggala mit ihren 12.000 ArbeiterInnen - die Gebaeude selbst sind ohne &lt;br /&gt;
Schaden weil eher landeinwaerts - ist noch zwei Tage geschlossen. So &lt;br /&gt;
haben wir keine Information, wie die Sache hier steht. Viele Maedchen, &lt;br /&gt;
die hier arbeiten, kommen aus Doerfern im Landesinneren. Am 26. Dezember &lt;br /&gt;
waren Weihnachtsferien und es besteht die Hoffnung, dass die meisten bei &lt;br /&gt;
ihren Familien waren. Allerdings haben sie ihre &quot;boarding-houses&quot;, ihre &lt;br /&gt;
Kost- und QuartiergeberInnen, verloren. Das &quot;Womens Centre&quot; des Ortes &lt;br /&gt;
hat zwar Schaden erlitten, steht aber noch als Gebaeude, allerdings &lt;br /&gt;
inmitten einer Wueste aus zerstoerten Haeusern, Touristenanlagen und &lt;br /&gt;
Restaurants.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier sitzen die leute in der Daemmerung bei ihren zerstoerten &lt;br /&gt;
Haeusern, oft nur auf den Grundfesten, und erwecken den Eindruck, als ob &lt;br /&gt;
sie medidativ etwas zurueckholen wollen. Sie stehen unter Schock. Im zu &lt;br /&gt;
Ende gehenden Tag fahren wir zurueck nach Colombo ueber Galle, hier gibt &lt;br /&gt;
es keinen Busbahnhof mehr, nur mehr eine Flaeche. Und die Boote aus dem &lt;br /&gt;
Hafen liegen auf dem Kuestenhighway, so als ob sie mal vom Wasser auf &lt;br /&gt;
die Strasse umsteigen wollten. Und im Hafen liegen nun grosse Schiffe &lt;br /&gt;
vor Anker: Wir sehen im Dunkeln nicht, welche Nation, aber Indien, die &lt;br /&gt;
USA und andere haben Schiffe geschickt, eine dieser Nationen wird es &lt;br /&gt;
halt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwuestungen gehen bis ca. 30 km vor Colombo weiter, wir hoeren auf &lt;br /&gt;
zu schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundversorgung mit Medizin, Lebensmitteln und Trinkwasser sind sicher &lt;br /&gt;
das erste, was die Menschen brauchen,  aber daneben brauchen sie jede &lt;br /&gt;
Menge seelische Energie. Ich vermute, wir muessen das in der &lt;br /&gt;
Entwicklungszusammenarbeit ganz stark beruecksichtigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine anerkannte srilankische Schauspielerin, die von der Hauptstadt aus &lt;br /&gt;
Hilfslieferungen in die Katastrophengebiete sponsert und koordiniert, &lt;br /&gt;
sagte mir, es sei im Moment eine Katastrophe fuer die jungen &lt;br /&gt;
Schauspieler-KollegInnen, die auf  Engagements angewiesen sind und &lt;br /&gt;
niemand geht im Moment aus Pietaet ins Theater. Ich riet ihr, in die &lt;br /&gt;
Katastrophengebiete zu gehen und die Stuecke auf die Leute abzustimmen &lt;br /&gt;
oder mit ihnen zu machen. Selbst wenn das noch nicht heute oder morgen &lt;br /&gt;
passiert, so brauchen die Leute langfristig kulturelle Sachen, um ueber &lt;br /&gt;
den Schock hinwegzukommen. Ich habe mich mit Anoma Janadari getroffen - &lt;br /&gt;
die Hauptdarstellerin aus &quot;Flying with one Wing&quot;, und sie arbeitet &lt;br /&gt;
gerade an einem Integrationsstueck zum Leben von Gandhi mit tamilischen, &lt;br /&gt;
singhalesischen und moslemischen Jugendlichen aus dem ganzen &lt;br /&gt;
Land beiderlei Geschlechts. Das Stueck soll dreisprachig - in &lt;br /&gt;
Singhalesisch, Tamil und Englisch - aufgefuehrt werden. Ich glaube, es &lt;br /&gt;
sind genau diese Aktivitaeten, die auch wir von Oesterreich aus &lt;br /&gt;
unterstuetzen koennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich komme hier zu einem Ende, weil es schon sehr spaet ist und morgen &lt;br /&gt;
treffe ich wieder einige Leute, um ueber zukuenftige Moeglichkeiten zu &lt;br /&gt;
konversieren. Manche haben mich gefragt, wem sie spenden sollten. Ich &lt;br /&gt;
glaube, im Moment sind Organsiationen wie Rotes Kreuz, die ueber die &lt;br /&gt;
ganze Logistik von Katastropheneinsatz verfuegen, noch am Besten. &lt;br /&gt;
Langfristig kommen sicher noch spannende Projekte auf uns zu.</description>
    <dc:creator>auge</dc:creator>
    <dc:subject>Flutkatastrophe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 auge</dc:rights>
    <dc:date>2005-01-12T16:23:10Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://augessonnenblume.twoday.net/stories/461106/">
    <title>Schuldenerlass</title> 
    <link>http://augessonnenblume.twoday.net/stories/461106/</link>
    <description>Attac fordert umfassende Schuldenstreichung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seebeben im Indischen Ozean &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Attac fordert umfassende Schuldenstreichung &lt;br /&gt;
Globalisierungskritiker: &quot;Gleichzeitig spenden und kassieren ist keine gute Politik&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wien - Globalisierungskritiker haben eine &quot;bedingungslose und umfassende Schuldenstreichung&quot; f&amp;uuml;r die von der Flutkatastrophe betroffenen L&amp;auml;nder gefordert. &quot;Es kann nicht sein, dass die Menschen weltweit Millionen zur Unterst&amp;uuml;tzung der Opfer spenden, w&amp;auml;hrend gleichzeitig Regierungen und Banken der Industriel&amp;auml;nder Milliarden aus den betroffenen L&amp;auml;ndern herauspressen&quot;, sagte Karin K&amp;uuml;blb&amp;ouml;ck von der Nichtregierungsorganisation Attac &amp;Ouml;sterreich laut Aussendung vom Mittwoch.(APA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;EU-Schweigeminuten um 12.00 Uhr&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>auge</dc:creator>
    <dc:subject>Flutkatastrophe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 auge</dc:rights>
    <dc:date>2005-01-05T11:50:05Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://augessonnenblume.twoday.net/stories/458410/">
    <title>Jetzt spenden!</title> 
    <link>http://augessonnenblume.twoday.net/stories/458410/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.aerzteohnegrenzen.at/index.html&quot;&gt;&lt;/a&gt;Einsatz nach dem Erdbeben in S&amp;uuml;dasien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Hilfsteams von &amp;Auml;rzte ohne Grenzen sind in allen betroffenen L&amp;auml;ndern im Einsatz (Indien, Sri Lanka, Indonesien, Thailand, Bangladesch, Myanmar (Burma), Malaysia, Somalia, Kenia). Sie evaluieren die Situation, organisieren Nachschub und Verst&amp;auml;rkung, leistenmedizinische und logistische Hilfe und konzentrieren sich auf die Wasserversorgung. Bisher gibt es keine Berichte der Teams vor Ort &amp;uuml;ber ausbrechende Seuchen und Krankheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thailand&lt;br /&gt;
Erkundungsmission in Phuket &amp;#8211; Ein Mitarbeiter von &amp;Auml;rzte ohne Grenzen ist dort eingelangt, Bed&amp;uuml;rfnisse sind im Vergleich zu den anderen betroffenen L&amp;auml;ndern besser abgedeckt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indonesien&lt;br /&gt;
Gefahr von Malaria und Dengue Fieber. Wasserversorgung hat Priorit&amp;auml;t, vor allem Entsalzung, da Salzwasser Trinkwasserversorgung gef&amp;auml;hrdet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spendenkonto: &lt;br /&gt;
PSK 930.40.950 (BLZ 60.000) &lt;br /&gt;
Kennwort &quot;Notfall-Fonds f&amp;uuml;r Flutopfer&quot;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 auge</dc:rights>
    <dc:date>2005-01-02T17:22:17Z</dc:date>
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    <title>Flutkatastrophe</title> 
    <link>http://augessonnenblume.twoday.net/stories/456570/</link>
    <description>Die Flutkatastrophe erfordert unser aller Umdenken. Spenden sind als konkrete Hilfe sehr wichtig, jedoch alleine zuwenig.&lt;br /&gt;
Die tragischen Ereignisse zeigen, dass die Sicherheit der Menschheit durch Naturkatastrophen, &amp;ouml;kologische Probleme und die immer gr&amp;ouml;&amp;szlig;er werdende Kluft zwischen Armen und Reichen bedroht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Skandal, dass einerseits 2003 die weltweiten &lt;br /&gt;
R&amp;uuml;stungsausgaben 879 Milliarden US$ (Quelle SIPRI) betrugen, andererseits f&amp;uuml;r effiziente Fr&amp;uuml;hwarnsysteme in der Krisenregion das Geld fehlte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen armen L&amp;auml;ndern gab es fast keine Sicherheitsvorkehrungen. Es gilt auch im 21. Jahrhundert, dass die Armen gef&amp;auml;hrlicher leben.Wir brauchen auch keine milit&amp;auml;rischen Kampftruppen, sondern humanit&amp;auml;re Einsatzkr&amp;auml;fte, die bei Krisen wirklich helfen k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
Naturkatastrophen k&amp;ouml;nnen nie vollkommen verhindert werden. Aber mit Fr&amp;uuml;hwarnung und Krisenvorsorge, &amp;ouml;kologischer Nachhaltigkeit und einem mehr an sozialer Gerechtigkeit k&amp;ouml;nnten die Folgen solcher Katastrophen &lt;br /&gt;
entscheidend gemindert werden.</description>
    <dc:creator>auge</dc:creator>
    <dc:subject>Flutkatastrophe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 auge</dc:rights>
    <dc:date>2004-12-30T18:20:19Z</dc:date>
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